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Geschichte von Bad Doberan

Die Geschichte von Bad Doberan 

Bad Doberan wurde erstmals 1177 urkundlich erwähnt.

Bad Doberan Kloster Bad Doberan wurde 1177 urkundlich als „villa Slavica Doberan“ erwähnt, doch bereits 1171 gründeten Zisterziensermönche aus dem Kloster Amelungsborn im Weserbergland in dem 3 km südöstlich gelegenen Althof, heute ein Ortsteil von Bad Doberan, ein Kloster. In einem Slawenaufstand wurden 1179 diese Klosterbauten großteils zerstört. Sieben Jahre später unternahmen die Zisterzienser einen zweiten Versuch an der Stelle der heutigen Klosteranlagen. Die 1232 geweihte romanische Klosterkirche wurde nach dem Brand 1291 durch eine hochgotische Kirche ersetzt, deren Baubeginn man mit 1295 annehmen kann, wobei erhaltene Teile der romanischen Kirche in den neuen Baukörper einbezogen wurden.

Bad Doberaner Münster

Bad Doberaner Münster Die Einweihung des Münsters, eines gotischen Kathedralbaus, fand 1368 statt. Das Doberaner Kloster war durch seine wirtschaftlichen Aktivitäten sehr reich und verfügte über umfangreichen Grundbesitz. Bis zur Auflösung des Klosters im Zuge der Reformation im Jahr 1552 bestimmte das Kloster die Entwicklung des Ortes Doberan, dessen Name von dem slawischen dobr (= gut) abzuleiten ist. Neben dem Kloster gab es eine Handwerkersiedlung, den Kammerhof (ehemaliger Bauhof des Klosters), zwei Gastwirtschaften, eine Ziegelei, eine Schmiede und einige Kötter. Daran änderte sich wenig, nachdem das Kloster 1552 an den Landesherrn übergegangen war. Im Kloster wurde ein herzogliches Amt eingerichtet, eine Mühle und ein Jägerhaus entstanden.

Bad Doberan als Erholungs- und Urlaubssort

Der Dreißigjährige Krieg hatte nachhaltige Folgen. Die Kaiserlichen hausten, „daß es einem Stein in der Erde hätte erbarmen mögen“, wie der Chronist berichtet. Eine grundlegende Änderung trat erst ein, als der Mecklenburger Herzog Friedrich Franz I. Doberan zum Erholungs- und Vergnügungsort der herzoglichen Familie, des mecklenburgischen Adels und später auch des wohlhabenden Bürgertums bestimmte. Aus England war bekannt geworden, dass Baden in der See besonders gesundheitsfördernd sein solle. Im Jahr 1793 badete der Herzog deshalb auf Anraten seines Rostocker Leibarztes Prof. Dr. Samuel Gottlieb Vogel am „Heiligen Damm“ in der Ostsee und markierte damit die Geburt des ersten deutschen Seebades: Heiligendamm. In Doberan wohnten die Badegäste und vergnügten sich mit Geldspiel (die herzogliche Badekasse kassierte jährlich 30.000 Taler Abgaben von den Doberaner Spielbanken), Tanz und Pferderennen (die ersten Pferderennen auf dem europäischen Kontinent). Namhafte Baumeister wie Carl Theodor Severin, Schüler der zwei Altmeister klassizistischer Baukunst, Carl Gotthard Langhans und Friedrich Gilly, und auch J. C. H von Seydewitz bauten in rascher Folge im rein klassizistischen Stil das Logierhaus, das Salongebäude mit dem repräsentativen Festsaal im Empirestil, das Palais des Fürsten, das Prinzenpalais, das Stahlbad, mehrere Bürgerhäuser und die vielgerühmten Pavillons im chinesischen Stil einschließlich des Kleinods der Gartenbauarchitektur, des sogenannten Kamps. Des Fürsten Dank für den Baumeister, der das Gesicht Doberans wesentlich prägte, war sehr gering; Severin starb in Armut und Vergessenheit irgendwo auf einer Reise. Die Blütezeit (1793: 900, 1840: 3000, 1870: 4000 Einwohner) hielt nur wenige Jahrzehnte vor, denn allmählich entwickelte sich Heiligendamm, das einstige Anhängsel Doberans, zu einem eigenständigen Seebad, und um Doberan wurde es wieder still.

Stadtrecht Bad Doberan

Daran änderte auch nichts das 1879 dem Ort verliehene Stadtrecht (Wappenspruch: Hirsch, Krummstab und Schwan / sind das Wappen von Doberan), der Bau der Eisenbahnlinie Rostock – Bad Doberan – Wismar 1883/84 und von 1886 bis 1910 die Einrichtung einer Dampf-Schmalspurbahn, im Volksmund „Molli“ genannt, über Heiligendamm nach Kühlungsborn, die noch heute durch die Straßen der Stadt rumpelt.

Heiligendamm bei Bad Doberan ist das älteste deutsche Seebad

Heiligendamm bei Bad Doberan Heiligendamm ist das älteste deutsche Seebad, eingerichtet 1793 im Auftrage des damaligen mecklenburgischen Herzogs Friedrich Franz I., ist Ortsteil von Bad Doberan und von diesem 5,5 km entfernt. Der große Findling neben dem klassizistischen Kurhaus, der aus der Umgebung von Elmenhorst hierhergebracht worden ist, weist auf dieses Ereignis hin. Die Bauten am Strand mit ihrer einheitlichen architektonischen Linie schuf der herzogliche Landbaumeister Carl Theodor Severin, der auch in Bad Doberan wesentlichen Einfluss auf das Baugeschehen hatte. Die Wandlung Heiligendamms zum Kurort (ganzjährig belegte Kurhäuser) vollzog sich vor allem nach 1945. Die Anlagen wurden bis 1989 hauptsächlich für Ferien-und Kuraufenthalte der DDR-Bürger nach strengen Platzvergaberichtlinien genutzt. Individualtourismus war, wie in den meisten Ostseebädern in der DDR nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich (durch Nutzung von Privatwohnungen oder Camping). Eine grundgelegende Rekonstruktion der zunehmend baufälligen Gebäude fand bis 1989 nicht statt. 1996 erwarb die in Düren ansässige Fundus-Gruppe die historischen Gebäude Heiligendamms zusammen mit 500 Hektar Land. Nach drei Jahren Rekonstruktion wurde am 1. Juni 2003 das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm eröffnet.

Nach der politischen Wende wird ab 1991 der historische Stadtkern und der Klosterbereich von Bad Doberan im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.

 
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© 2010 Urlaub Ostsee MV Ostseereisen 29.07.2010